So, da bin ich wieder! Und versuche mal angemessen zu beschreiben, wie ich unseren Roadtrip nach Namibia fand...das ist gar nicht so einfach. Die Zeit mit den anderen 8 Leuten aus der Lodge (Eva und Sarah aus Norwegen, Isabella und Laura aus Deutschland, Gideon und Steffi aus Holland und Lisbeth und Stefan aus Belgien) war super, die Landschaft unglaublich schön und viel abwechslungsreicher als ich dachte, und die Dinge, die wir unterwegs unternommen haben sehr spaßig. Aber das Land ist so unglaublich leer und man fühlt sich ziemlich einsam. Und nicht mal für die Liebe meines Lebens könnte ich mir vorstellen, nach Namibia zu ziehen und dort zu leben.
Und man muss sehr, sehr, sehr weit fahren, insgesamt haben wir über 4000 km in den 8 Tagen zurückgelegt.
Zunächst ging es nach Norden an den Orange River, dort haben wir in einem „Bushcamp“ übernachtet. Ein Bushcamp war es jedenfalls eigentlich nicht, eher ein schöner Campingplatz direkt am Fluss mit einer netten Bar und zwei ziemlich verrückten Hunden, die uns nicht mehr von der Seite gewichen sind. Am nächsten Morgen haben wir mit unserem Guide AJ (der deutlich älter aussah als er war) zunächst eine Kayakfahrt auf dem Orange River gemacht...war schön! Danach haben wir dann die Grenze überquert und als erstes in den heißen Quellen des Ai-Ais National Parks geplanscht...herrlich! Ist aber eigentlich schon verrückt, wenn man sich überlegt, dass man an einem echt heißen Tag freiwillig in eine heiße Quelle steigt. Aber naja. Egal.
Danach sind wir jedenfalls zum Fish River Canyon weiter gefahren und haben auf dem Campingplatz des Canon Roadhouse übernachtet. Dort im Restaurant waren wir abends essen (mit deutsch- englischer Speisekarte), und ich hatte Springbock- und Gemsbock- Spieße, beides sehr gut!
Am nächsten Morgen (inzwischen war es Freitag) sind wir gleich als erstes zum Canyon gefahren, und eigentlich wollten wir wandern gehen, aber man darf in den Canyon nicht so einfach runter, also mussten wir uns damit begnügen, zwischen zwei Aussichtspunkten hin- und herzulaufen. Aber die Aussicht war unglaublich schön! Und ich habe meinen ersten Kokerboom aus der Nähe gesehen!
Danach sind wir weiter nach SSossusvlei gefahren, zu den schönsten roten, großen Dünen, die ich bislang gesehen habe. Wir sind zum Death Valley dort gewandert (tote Bäume) und haben zum Sonnenuntergang die „Dune 45“ erklommen.
Am nächsten Morgen (Sonntag) sind wir da zum Sonnenaufgang gleich wieder hin, es war kalt und früh und ich habe mich ernsthaft gefragt, ob ich wirklich um 5 aufstehen muss um mich einen Sandberg hinaufzuquälen, aber: ja. Es lohnt sich. Und wenn man oben ist freut man sich unglaublich. Und noch viel mehr Spaß macht es, die Dünen dann wieder herunterzulaufen bzw. zu hüpfen.
Im Anschluss sind wir dann weiter nach Swakopmund gefahren, und es war unglaublich, wie sich die Landschaft zum Atlantik hin verändert hat. Vorher waren wir überwiegend durch gelbes Gras, vereinzelte Bäume und viele felsige Hügel im Hintergrund gefahren, dann war auf einmal alles sehr trostlos und weiß sandig/felsig, was dann überging in hübsche weiße kleine Dünen, wie man sich so eine typische Wüste vorstellen könnte. Wir haben unsere super Lodge bezogen (Villa Wiese) und gleich im Anschluss einen tollen Sonnenuntergang über dem Ozean gesehen (mit Delfinen).
Montag früh haben wir dann in weißen Dünen eine Quadbike-Tour gemacht. Noch in den ersten zehn Minuten bin ich leider von meinem Bike runtergepurzelt, als ich während eines „Rollercoasters“ an einer Düne meinen Track verloren habe, aber danach ging alles besser. Und nur mein Schienbein habe ich dabei etwas lädiert.
Nach dem Quadbiken sind wir nach Windhoek weitergefahren und sind dort ein bisschen durch die City gebummelt. Ich war in der Stunde, in der wir da waren, in 5 Sportgeschäften, um nach namibianischen Fußballshirts für Michael und Volker zu fragen, aber...gab es nicht.
Wir sind dann noch weiter Richtung Süden gefahren und haben in der Nacht auf einem Campingplatz am Hardap Damm übernachtet. Trotz meiner zwei Schafsäcke habe ich nachts doch ganz schön gefroren, naja, nicht nachts, aber morgens gegen 4 wurde es unglaublich kühl. Und ich musste doch um 6 raus aufs Klo...aber genau pünktlich zum Sonnenaufgang, den ich dann mit Sarah genossen habe.
Nach einem Spaziergang am Damm sind wir weiter nach Keetmanshoop gefahren, wo wir im „Schützenhaus“ Mittag gegessen haben. Auch mit deutsch-englischer Karte. Schon ein bisschen komisch. Nach weiteren zwei Bekleidungsgeschäften wurde mir dann gesagt, dass es keine namibianischen Fußballshirts zu kaufen gibt. Ok. Hätte ich das mal früher gewusst.
Den Kokerboom Forest haben wir uns wegen des unglaublich hohen Eintrittspreises nicht angeguckt, aber wir waren fleißig auf einem lokalen Markt shoppen. Jetzt habe ich noch einen Elefanten. Egal. Die Dame, der ich den abgekauft habe, hat sich jedenfalls gefreut.
Weiter ging es wieder Richtung Grenze, wir haben die letzte gemeinsame Nacht in der Orange River Lodge verbracht, und uns dann Mittwoch früh wieder auf den Heimweg nach Kapstadt gemacht.
Was soll ich sagen...es war cool. Ich war richtig froh, dass ich meinen Flug nicht umgebucht habe und geblieben bin, um noch ein paar Tage Sonne, eine wunderschöne Landschaft und eine tolle Zeit mit den Leuten zu verbringen, die ich hier kennen gelernt habe.
Und als ich zurück in der Lodge war, hing ein „Welcome Home“-Zettel von Anna und Annika an meiner Tür...was habe ich mich gefreut.
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